Archiv für 17. Juni 2009

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Die Sonnenseiten des Lebens

Juni 17, 2009

Habe ich mich doch gestern noch über das rücksichtslose Fahren und vor allem den mangelnden Respekt gegenüber dem Schwächeren mockiert, so möchte ich heute alle an den kleinen Gesten teilhaben lassen, die das Leben erträglich machen.

Wieder nehme ich den kürzesten Weg durch die Innenstadt – auf dem Fahrrad natürlich – und wieder treffe ich den Polizisten. Eifrig winkt er und ich bekomme schon Bammel. Hab ich ein Verkehrsschild nicht gesehen? Bin ich zu schnell gefahren? Hab ich jemandem die Vorfahrt genommen?

Ich stoppe. Der Polizist lächelt freundlich und will zuerst meinen Namen wissen. Skeptisch und mißtrauisch frage ich mich, warum? Aber schnell zeigt sich, daß er gute Nachrichten für mich hat. Ja, sagt er, es gäbe durchaus eine Möglichkeit, mich gegen Raudis (das sind in Deutschland die rücksichtslosen Auto…usw…fahrer) zu schützen. Ich müßte nur sein Autokennzeichen aufschreiben und damit zur Polizeidienststelle gehen und Anzeige erstatten. Damit nicht genug. Mein freundlicher Polizist überreicht mir ein Exemplar “Reglamento de Seguridad Vial y Transito del Municipio de Puebla”, damit ich mich kundig machen kann, was erlaubt ist und was verboten ist.

Ich werde es in den nächsten Tagen studieren. Und vielleicht nehme ich dann die Einladung meines Polizisten “auf einen Cafecito” an, um ihm um Auf- oder Erklärung zu bitten.

P.S.  Ich wollte eigentlich einige Abschnitte hier veröffentlichen. Doch das Kopieren auch nur eines Teils ist selbst zu persönlichen Zwecken ohne Zustimmung des Druckers verboten und wird bei Zuwiderhandlung mit einer Geldstrafe bis zu 15 000 Tagen Mindestlohn geahndet.

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RESPEKT – ein Fremdwort?

Juni 17, 2009

“Die gibt’s leider nicht”, war die lapidare Antwort des Verkehrspolizisten auf die Frage, ob es keine Regeln für das Verhalten der Autofahrer gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern – vorzugsweise Radfahrern – gibt. “Heißt das, die können mich ohne weiteres umbringen?” war meine verblüffte Reaktion. “Ja!” kicherte der Polizist.

Dass in Mexiko Führerscheine ein Witz sind, weil sie erkauft werden können, weiß ein jeder. Dass das Menschenleben – zumindest im Straßenverkehr – nichts wert ist, weiß, wer Fußgänger und Radfahrer beobachtet und sich selbst einmal in die Rolle eines unbedarften Pedaltreters schwingt.

“Verrückt” und “lebensmüde” nennen mich daher meine Freunde und Bekannten, weil ich mich jeden Morgen zur Hauptverkehrszeit auf meinen Drahtesel setze und die paar Kilometer durch unsere immer interessante Innenstadt zur Schule fahre. Jeden Morgen riskiere ich dabei aber auch Kopf und Kragen: Da schneidet mich das Taxi von links, der Bus von rechts und von hinten hupt eine ungeduldige Mutter im SUV, die offensichtlich in letzter Minute die Kinder zur Schule bringen muss.

Der allmorgendliche Kampf mit dem angeblich Stärkeren bringt mich zu meinem Thema:  RESPEKT.

Laut deutschem Rechtschreibduden bedeutet Respekt: “zurückblicken”.

Genau das meine ich auch: Zurückblicken in den Rückspiegel und nicht in den Spiegel des Schminkkoffers oder das Spiegelbild des Handys, zwei Spiegel, die Autofahrer/innen immer ablenken. Wer nämlich in den Rück- oder den Aussenspiegel schaut, der sieht Fahrradfahrer und Fußgänger und nimmt – hoffentlich – mehr Rücksicht auf die Schwächeren.

Respekt bedeutet aber noch viel mehr, wie folgendes Beispiel zeigt:

“Respekt!” …

-bedeutet einen anderen Menschen anzuerkennen und zu achten, so wie er oder sie ist.

-ist für jede Beziehung wichtig, damit sie gelingt.

-beruht auf Gegenseitigkeit.

-heißt Rücksicht und Wertschätzung im Umgang mit anderen Menschen – unabhängig von Alter, sozialer Stellung, Herkunft oder Beruf.

-bedeutet auch Achtung gegenüber mir selbst. Ich will geachtet und respektiert werden und… ich will mich selbst achten!

- ist gewaltlos.

- steht nicht immer für das, was jemand hat oder kann. Entscheidend ist, wer jemand ist.

-ist wichtig, um Grenzen überwinden zu können und anderen Menschen so zu begegnen, wie sie sind.

-macht unser Leben reicher und unser Zusammenleben wertvoller. Mit “Respekt” gibt es etwas zu entdecken!

(aus der “Respekt – Youth for Peace”-Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland im Jahr 2007)
Mit diesen Gedanken zum Thema Respekt im Straßenverkehr möchte ich meine Leser zu neuen Kommentaren einladen.

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