Die Pfarrei zum Heiligen Antonius von Padua liegt mitten in einem problematischen Viertel der mexikanischen Industriestadt Puebla. Die Armut ist augenscheinlich. In menschenunwürdigen Behausungen – Überbleibsel des schweren Erdbebens im Jahr 1999 – derer sich keiner erbarmt und sie restauriert. Ein Armenviertel also, wo Gewalt und Delinquenz zuhause sind. Vor kurzem feierte die Pfarrgemeinde Patrozinium. Die Kirche und die umliegenden Häuser wurden mit rosa-weissen Fähnchengirlanden geschmückt. Und dann gab es die große Überraschung: Vor dem Kirchplatz wurde ein kleines, ummauertes Fußballfeld eingeweiht. Endlich ein Refugium für die Kinder und Jugendlichen des Viertels, die zuerst im verwahrlosten Kinderspielplatz nebenan (auch der wurde auf Vordermann gebracht) oder eben auf der Straße sich austoben mußten.
Doch damit nicht genug. Wer den Blick wandern läßt, der entdeckt am anderen Eck des Kirchplatzes ein seltsames, dreieckiges Gebäude – die Schule der Salesianer, oder auch Don Bosco Kolleg genannt.
Die Klosterschule ist etwas Besonderes in diesem Viertel der Ausgegrenzten. Sie kümmert sich um die, die durch das Sozialnetz des Staates fallen. Rund 700 Schüler sind derzeit dort eingeschrieben, vom Kindergärtler bis zum Abiturienten – und dafür, dass sie eine solide Grundausbildung sowie eine warme Speise pro Tag bekommen zahlen ihre Eltern nicht ein festgesetztes Schulgeld, sonder das „was sie am Anfang des Schuljahres verprechen, zahlen zu können,“ sagt PaterFrancisco Javier Garay Marin, der Schulleiter. Eine riskante Finanzpolitik, gewiss. Doch die Mission der Salesianer ist ja weltweit, sich derer anzunehmen, die von anderen abgewiesen werden.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass P. Garay auch sonst recht risikofreudig ist. Als ihn zum Patronatsfest einige Jugendliche fragten, ob sie nicht die vor sich hin schimmelnde Schulmauer etwas aufmöbeln könnten, gab er grünes Licht. Seither ziehen sagenhafte Kunstwerke Besucher aus der Stadt und selbst Touristen an. Hier ein kleiner Vorgeschmack: 






