h1

Graffiti und Kirche – passt das zusammen?

Juli 8, 2009

Die Pfarrei zum Heiligen Antonius von Padua liegt mitten in einem problematischen Viertel der mexikanischen Industriestadt Puebla. Die Armut ist augenscheinlich. In menschenunwürdigen Behausungen – Überbleibsel des schweren Erdbebens im Jahr 1999 – derer sich keiner erbarmt und sie restauriert. Ein Armenviertel also, wo Gewalt und Delinquenz zuhause sind. Vor kurzem feierte die Pfarrgemeinde Patrozinium. Die Kirche und die umliegenden Häuser wurden mit rosa-weissen Fähnchengirlanden geschmückt. Und dann gab es die große Überraschung: Vor dem Kirchplatz wurde ein kleines, ummauertes Fußballfeld eingeweiht. Endlich ein Refugium für die Kinder und Jugendlichen des Viertels, die zuerst im verwahrlosten Kinderspielplatz nebenan (auch der wurde auf Vordermann gebracht) oder eben auf der Straße sich austoben mußten.

Doch damit nicht genug. Wer den Blick wandern läßt, der entdeckt am anderen Eck des Kirchplatzes ein seltsames, dreieckiges Gebäude – die Schule der Salesianer, oder auch Don Bosco Kolleg genannt.

Die Klosterschule ist etwas Besonderes in diesem Viertel der Ausgegrenzten. Sie kümmert sich um die, die durch das Sozialnetz des Staates fallen. Rund 700 Schüler sind derzeit dort eingeschrieben, vom Kindergärtler bis zum Abiturienten – und dafür, dass sie eine solide Grundausbildung sowie eine warme Speise pro Tag bekommen zahlen ihre Eltern nicht ein festgesetztes Schulgeld, sonder das „was sie am Anfang des Schuljahres verprechen, zahlen zu können,“ sagt PaterFrancisco Javier Garay Marin, der Schulleiter. Eine riskante Finanzpolitik, gewiss. Doch die Mission der Salesianer ist ja weltweit, sich derer anzunehmen, die von anderen abgewiesen werden.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass P. Garay auch sonst recht risikofreudig ist. Als ihn zum Patronatsfest einige Jugendliche fragten, ob sie nicht die vor sich hin schimmelnde Schulmauer etwas aufmöbeln könnten, gab er grünes Licht. Seither ziehen sagenhafte Kunstwerke Besucher aus der Stadt und selbst Touristen an. Hier ein kleiner Vorgeschmack: Kind mit Kind

h1

Wer sucht aufstrebende Reiseführer?

Juli 1, 2009

Kompetente Reiseführer gibt es sicher genug in Mexiko. Viele werden sogar arbeitslos, weil sich die Touristen von heute gern individuell eine Stadt erobern wollen. Oder weil vieles im Internet geboten wird. Was klein anfängt kann groß werden, das hoffe ich jedenfalls für meine Schüler, die in den letzten Wochen sich daran gemacht haben, für IHRE Stadt Puebla, einen virtuellen Stadtführer zu entwerfen. Wer mal reinschauen will…….hier bitte schön! Die Weltenbummler öffnen die Tür: Die Weltenbummler laden ein

Oder geht zu meinem zweiten Blog: http://brischmitt2.wordpress.com, dort findet ihr noch mehr interessante Details. Etwa die Präsentation der Gruppe um Carlos. Echt empfehlenswert Virtueller Spaziergang durchs historische Puebla.

h1

AGT in Action – Wetter einmal anders

Juli 1, 2009

Der Applaus war kurz und herzlich. Die Stimmung konnte nicht besser sein. Zwar musste am Anfang etwas Scheu überwunden werden, doch dann zeigten unsere AGT-Studentinnen, was kreativ in ihnen steckt.

Heute sollten die Lerner in Dreier-Gruppen den Wetterbericht für das Wochenende präsentieren. Dazu waren sie in Gruppen zu jeweils drei Teilnehmern eingeteilt. Jeder Gruppe war ein Land zugeteilt: Deutschland, Österreich, die Schweiz und das Land der Schlümpfe. Was die Schlümpfe bei uns zu suchen haben? Nun wir hatten vor ein paar Wochen das Lied der Schlümpfe einstudiert.

Hier hört ihr nun, was dabei herauskam:

Diana Elisa, Monica und Zurleira sind die Wetterfrösche 

Stephany und Elisa sind die Wetterfrösche Österreichs

Fernanda, Talia und Yazmin

und nach Schlumpflandia entführen uns

Karla, Rocio und Veronika

h1

Die Sonnenseiten des Lebens

Juni 17, 2009

Habe ich mich doch gestern noch über das rücksichtslose Fahren und vor allem den mangelnden Respekt gegenüber dem Schwächeren mockiert, so möchte ich heute alle an den kleinen Gesten teilhaben lassen, die das Leben erträglich machen.

Wieder nehme ich den kürzesten Weg durch die Innenstadt – auf dem Fahrrad natürlich – und wieder treffe ich den Polizisten. Eifrig winkt er und ich bekomme schon Bammel. Hab ich ein Verkehrsschild nicht gesehen? Bin ich zu schnell gefahren? Hab ich jemandem die Vorfahrt genommen?

Ich stoppe. Der Polizist lächelt freundlich und will zuerst meinen Namen wissen. Skeptisch und mißtrauisch frage ich mich, warum? Aber schnell zeigt sich, daß er gute Nachrichten für mich hat. Ja, sagt er, es gäbe durchaus eine Möglichkeit, mich gegen Raudis (das sind in Deutschland die rücksichtslosen Auto…usw…fahrer) zu schützen. Ich müßte nur sein Autokennzeichen aufschreiben und damit zur Polizeidienststelle gehen und Anzeige erstatten. Damit nicht genug. Mein freundlicher Polizist überreicht mir ein Exemplar „Reglamento de Seguridad Vial y Transito del Municipio de Puebla“, damit ich mich kundig machen kann, was erlaubt ist und was verboten ist.

Ich werde es in den nächsten Tagen studieren. Und vielleicht nehme ich dann die Einladung meines Polizisten „auf einen Cafecito“ an, um ihm um Auf- oder Erklärung zu bitten.

P.S.  Ich wollte eigentlich einige Abschnitte hier veröffentlichen. Doch das Kopieren auch nur eines Teils ist selbst zu persönlichen Zwecken ohne Zustimmung des Druckers verboten und wird bei Zuwiderhandlung mit einer Geldstrafe bis zu 15 000 Tagen Mindestlohn geahndet.

h1

RESPEKT – ein Fremdwort?

Juni 17, 2009

„Die gibt’s leider nicht“, war die lapidare Antwort des Verkehrspolizisten auf die Frage, ob es keine Regeln für das Verhalten der Autofahrer gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern – vorzugsweise Radfahrern – gibt. „Heißt das, die können mich ohne weiteres umbringen?“ war meine verblüffte Reaktion. „Ja!“ kicherte der Polizist.

Dass in Mexiko Führerscheine ein Witz sind, weil sie erkauft werden können, weiß ein jeder. Dass das Menschenleben – zumindest im Straßenverkehr – nichts wert ist, weiß, wer Fußgänger und Radfahrer beobachtet und sich selbst einmal in die Rolle eines unbedarften Pedaltreters schwingt.

„Verrückt“ und „lebensmüde“ nennen mich daher meine Freunde und Bekannten, weil ich mich jeden Morgen zur Hauptverkehrszeit auf meinen Drahtesel setze und die paar Kilometer durch unsere immer interessante Innenstadt zur Schule fahre. Jeden Morgen riskiere ich dabei aber auch Kopf und Kragen: Da schneidet mich das Taxi von links, der Bus von rechts und von hinten hupt eine ungeduldige Mutter im SUV, die offensichtlich in letzter Minute die Kinder zur Schule bringen muss.

Der allmorgendliche Kampf mit dem angeblich Stärkeren bringt mich zu meinem Thema:  RESPEKT.

Laut deutschem Rechtschreibduden bedeutet Respekt: „zurückblicken“.

Genau das meine ich auch: Zurückblicken in den Rückspiegel und nicht in den Spiegel des Schminkkoffers oder das Spiegelbild des Handys, zwei Spiegel, die Autofahrer/innen immer ablenken. Wer nämlich in den Rück- oder den Aussenspiegel schaut, der sieht Fahrradfahrer und Fußgänger und nimmt – hoffentlich – mehr Rücksicht auf die Schwächeren.

Respekt bedeutet aber noch viel mehr, wie folgendes Beispiel zeigt:

„Respekt!“ …

-bedeutet einen anderen Menschen anzuerkennen und zu achten, so wie er oder sie ist.

-ist für jede Beziehung wichtig, damit sie gelingt.

-beruht auf Gegenseitigkeit.

-heißt Rücksicht und Wertschätzung im Umgang mit anderen Menschen – unabhängig von Alter, sozialer Stellung, Herkunft oder Beruf.

-bedeutet auch Achtung gegenüber mir selbst. Ich will geachtet und respektiert werden und… ich will mich selbst achten!

- ist gewaltlos.

- steht nicht immer für das, was jemand hat oder kann. Entscheidend ist, wer jemand ist.

-ist wichtig, um Grenzen überwinden zu können und anderen Menschen so zu begegnen, wie sie sind.

-macht unser Leben reicher und unser Zusammenleben wertvoller. Mit „Respekt“ gibt es etwas zu entdecken!

(aus der „Respekt – Youth for Peace“-Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland im Jahr 2007)
Mit diesen Gedanken zum Thema Respekt im Straßenverkehr möchte ich meine Leser zu neuen Kommentaren einladen.

h1

AGT in Action

Juni 7, 2009

Heute geht es um das Wetter. Genauer gesagt um die Wettervorhersage in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Land der Schlümpfe, präsentiert von den Lernern der AGT-Klasse am CDI Volkswagen Diagonal in Puebla.

Deutschland wurde präsentiert von Diana, Monica und Zuleira.

Österreich wurde dargereicht von Stefany und Elisa

die Schweiz

Wetterbericht Schweiz

von Fernanda, Talia und Yazmin

und

Schlumpfhausen

Wetter Schlumpfhausen von Karla, Rocio und Veronica

Zum Schluss gab es noch eine Darbietung vom Lied der SchlümpfeGesang

h1

Deutsche Sprache – schwere Sprache

Juni 4, 2009

Wie oft hören wir Deutschlehrer: „Ach, das ist viel zu schwer! Das lernen wir nie!“

„Wie einfach war es doch vor einem Jahr. Da mussten wir nur wissen : ‘Ich heiße…., ich komme aus….ich bin xxx Jahre alt.’ Und jetzt müssen wir uns mit Konjunktiv und Verben mit Präpositionen herumschlagen.“ So stöhnte kürzlich Israel und alle Mit-Lerner nickten zustimmend.

Und doch. They are hooked! Die Gruppe zappelt am Angelhaken der deutschen Sprache.  Die Studenten haben die erste große Hürde genommen und ihnen macht inzwischen sogar Spaß, einfach drauf los zu diskutieren – sofern der Lehrer (und die Zeit) es zuläßt. Und sie lachen über ihre „dummen“ Versprecher. Aus Versprechern läßt sich aber prima lernen. Seht selbst:

Daß es  allen Lernenden gleich geht, beweist ein neuer Beitrag im Zwiebelfisch. Wer einmal nachlesen will, wie andere leiden, der geh zu:

Fremdenferkel und Marmelade ohne Präservativ

Überhaupt finden Interessierte bei Zwiebelfisch immer wieder lustige und lehrreiche Geschichten um die Schwierigkeit der deutschen Sprache. Reinschnuppern bei Zwiebelfisch ist wärmstens empfohlen!

h1

Liebe Schüler: Hier kommt eure Projektbeschreibung

Mai 28, 2009

Wie ihr wisst, sollt ihr bis zum 19. Juni eine Präsentation machen.

Folgt diesem Link und ihr findet alle erforderlichen Informationen:

Thema 1

Puebla  – Eine Stadt voller Überraschungen

http://brischmitt2.wordpress.com/

Thema 2

Deutschland – ein Paradies für eitle Kaiser (?)

Auch dazu findet ihr Einzelheiten hier:

h1

Gedanken zum Lehrer-Tag

Mai 18, 2009

In Mexiko gibt es eine schöne Sitte: Man ehrt den Lehrer.

Frust und Enttäuschung gehören zum Lehrer-Alltag. Aber es gibt auch viele schöne Erlebnisse, die leider immer viel zu oft unterbelichtet werden. Am Lehrer-Tag nun haben Schüler die Chance, ihrem „Folterer“ auch für die „Mißhandlung“ durch Tests und Hausaufgaben Dankbarkeit zu zeigen. Denn im Grunde wollen wir alle ja nur das Beste, nämlich dass komplizierte Matheformeln oder Grammatikregeln endlich im Hinterkopf hängen bleiben.

Meine Schüler also überraschten mich mit Süßigkeiten und der deutschen Übersetzung eines passenden Gedankens von Mutter Teresa von Kalkutta

Damit alle nun an dieser aufmunternden Poesie des „Engels der Armen“ teilhaben können, setze ich die freie Übersetzung hier in unseren Blog:

Du wirst sie das Fliegen lehren,

aber sie werden nicht deine Flugroute nehmen.

Du wirst sie das Träumen lehren,

aber sie werden nicht deine Träume träumen.

Du wirst sie zu leben lehren,

aber sie werden nicht dein Leben leben…

Im Grunde aber weisst du, dass wenn sie fliegen, denken, träumen, singen oder leben

wird es der eingeschlagene Weg sein,

(an dem du nicht ganz unschuldig bist),

der sie weiter lehrt und von dem sie lernen.

h1

Unsere AGT-Klasse

Mai 11, 2009

Wie verprochen lade ich jetzt ein FotoAGT0409 Klasse von

meiner AGT-Klasse hoch und hoffe,

dass sich von nun an viele daran beteiligen werden zu erklären, was eigentlich AGT ist, wo wir sind und was wir machen.